Damit Schule in der Stadt bleibt

Eine Betrachtung der Notwendigkeit einer Schule aus Sicht der Stadtentwicklung und als Beispiel von Beteiligung

Zehn Jahre Freie Mittelschule sind ein Anlass persönlich Rückschau auf die Ursprünge zu halten.

Was hat den Schreiber dieser Zeilen bewogen, im Februar 2002 den Aufruf zur Gründung des Vereins der Freunde und Förderer der Grund- und Mittelschule in Weißenberg zu verfassen und dann zusammen mit Dr. Wolfgang Beyer, Kati Pyka, Ute Weilandt, Ines Prescher, Sigrid Süsse und Christine Panitz zu veröffentlichen?

Eine Satzung zu entwerfen, den Verein am 5. März 2002 mit zu gründen und für den Vorstand zur Verfügung zu stehen? Und, nachdem der Erhalt der staatlichen Mittelschule mißlang, einen Trägerverein zu initiieren, Diskussionsrunden zu seiner Ausrichtung zu organisieren und schließlich zur Gründungsversammlung am11.März 2005 in das Schützenhaus in Weißenberg einzuladen?

Zu allererst die Erkenntnis, dass eine Klein(st)stadt wie Weißenberg im Wettbewerb um die Erhaltung funktionsfähiger Strukturen auch eine weiterführende Schule braucht. Sie bräuchte natürlich noch mehr, wie z.B. auch einen Arzt oder eine Grundversorgung mit Geschäften, Arbeitsplätzen und damit Leben in der Stadt. Aber manchmal können eben nicht alle Probleme, die gleichzeitig auftreten, zufriedenstellend gelöst werden.

Schule ist aber nicht nur wichtig für die (Kern-)Stadt, sondern gerade auch für das gesamte Umland. Die Frage einer wohnortnahen Schule ist nicht zu unterschätzen! Damit leisten wir einen Dienst für die Bewohner des Umlandes und stärken das Gebiet zwischen den vier größeren Städten Bautzen, Löbau, Reichenbach und Niesky! Die Herkunft unserer Schüler ist dafür ein guter Beleg. Dann auch die Lust zum Widerstand gegen Entscheidungen, die in der Sache nicht gerechtfertigt sind und um zu zeigen, dass in Weißenberg eine weiterführende Schule seine Berechtigung hat und durch das Engagement einiger Weniger auch erfolgreich betrieben werden kann.

Auch wenn das vielleicht nicht alle so sehen, diese Gesellschaft ist eine Gesellschaft, die nur mit Beteiligung der Bürger funktioniert und ich wage sogar die Behauptung, dass sie umso besser funktioniert, je mehr sich daran beteiligen. Die aktuelle Situation mag dies zunächst nicht bestätigen, oder vielleicht doch? Trägt nicht der Rückzug Vieler ins Private zu von Vielen wahrgenommenen Fehlentwicklungen bei? Ich meine ja! Und deshalb: Die Stadt, Ihre Ortschaft, der Verein ... braucht Sie, gerade Sie und gerade jetzt!

Unsere Freie Mittelschule braucht die kritische Begleitung durch „Außenstehende“, im Sinne der Fortentwicklung der Sache, der Verhinderung von Fehlentwicklungen und zur Erhaltung der Bodenhaftung. Damit meine ich kein permanentes „Herummäkeln“ an Kleinigkeiten, sondern einen Beitrag zur Sache. Ganz aktuell, z.B. Ihren Beitrag zum Schulneubau oder die Mitgliedschaft in einem der Förder- und/oder Heimatvereine in unserer Stadt oder...

Andreas Eßlinger, Stadtkämmerer der Stadt Weißenberg